Aus der Praxis · Backup-Überwachung

Zwei Wochen ohne Backup — und niemand hat es gemerkt

Kein Alarm, keine Fehlermeldung, das Dashboard zeigte weiter Grün. Das ist kein Einzelfall — das ist, was passiert, wenn ein Backup zwar eingerichtet, aber nie wirklich beobachtet wird.

„Die konnten schon seit dem 5. Juli keine Sicherung mehr machen — seitdem.“ Wörtlich, als es zwei Wochen später zufällig auffiel.

Was passiert war

Ein IT-Dienstleister hatte die Cloud-Sicherung eines Kunden vor Jahren eingerichtet — mit einem einfachen Zugangsschlüssel, ohne Zertifikat. Lange lief das einwandfrei. Dann änderte der Cloud-Anbieter an einem Sonntag im Juli die Anforderungen und lehnte den alten Zugang stillschweigend ab.

Keine Fehlermeldung, die irgendwo aufpoppte, kein Alarm. Das Backup lief seitdem einfach — ins Leere. Zwei Wochen lang, mitten im laufenden Betrieb. Nicht, weil jemand geschlafen hat — sondern weil niemand aktiv hingeschaut hat.

14 Tage

lief die Sicherung ins Leere — bis es rein zufällig auffiel

Dashboard: Grün

… weil der letzte erfolgreiche Job grün war — nicht, weil der heutige gelaufen ist.

Realität: kein aktueller Job

Zertifikat abgelaufen, Berechtigung geändert, Schnittstelle angezogen — und die Sicherung bricht lautlos ab.

Die eigentliche Leistung: jeden Tag aktiv hinschauen

Die Software kann jeder installieren. Die eigentliche Leistung bei einem Managed Backup ist, dass jeden einzelnen Tag jemand aktiv prüft:

1 · Ist der Job heute wirklich gelaufen?

Nicht nur, ob der letzte erfolgreiche Lauf grün war — sondern ob heute tatsächlich einer stattgefunden hat.

2 · Ist die Größe plausibel?

Ein Backup, das plötzlich deutlich kleiner ausfällt als sonst, ist oft das erste Warnsignal für einen stillen Fehler.

3 · Meldet sich ein System unerwartet nicht mehr?

Fällt ein System aus der Meldung, ohne dass es jemand bewusst abgeschaltet hat, ist das ein Alarmsignal — kein Zufall.

Genau diese tägliche Kontrolle gehört bei uns fest zum Managed Backup — nicht als Zusatzoption, sondern weil ein unbeobachtetes Backup schlicht kein verlässliches Backup ist.

Die unbequeme Frage an dich: Wenn bei einem deiner Kunden morgen eine Sicherung lautlos ausfällt — würdest du es heute merken, oder erst in zwei Wochen, wenn zufällig jemand draufschaut?

Sven-Jendrik Timmermann, Geschäftsführer SJT SOLUTIONS

Sven-Jendrik Timmermann · 7× vExpert · 20 Jahre Backup & Virtualisierung

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Übrigens: Und wenn der Job läuft, bleibt die zweite Frage: Funktioniert auch der Restore — und wie schnell?